9. Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein innovativer Ansatz, der Themen des Natur- und Umweltschutzes, der globalen Gerechtigkeit sowie der globalen und lokal-regionalen Entwicklung miteinander verbindet. Er bietet Handlungsanregungen für den Alltag aller Bürger. Das Querschnittsthema Bildung für nachhaltige Entwicklung ist im Landesaktionsplan BNE und in der Landesnachhaltigkeitsstrategie des Landes Brandenburg enthalten, jedoch noch nicht im notwendigen Maß in verbindlichen Richtlinien für Kitas, Schulen und die außerschulische Bildungsarbeit.

Welche Schritte sind geplant, um die Bildung für nachhaltige Entwicklung querschnittsübergreifend und verbindlich in entsprechende Richtlinien der Landesregierung aufzunehmen? Wie soll der innovative Ansatz der Bildung für nachhaltige Entwicklung weiter gefördert werden?

SPD: Grundlegende Rahmenbedingungen für BNE im Landtag ergeben sich aus den Forderungen nach der Einhaltung und Gewährleistung der Menschenrechte, einer auf die Werte der Nachhaltigen Entwicklung ausgerichteten Erziehung sowie dem Grundverständnis, dass BNE nur dann wirklich große Wirkungen erzielen kann, wenn sie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet und auch breit umgesetzt wird.

Mit der im Dezember 2013 abgeschlossenen 1. Fortschreibung des LAP BNE liegt ein Dokument vor, das die Richtung bzw. Perspektiven für die BNE in Brandenburg für die nächsten Jahre aufzeigt. In der Fortschreibung finden sich Leitlinien für die BNE-Arbeit ebenso wie eine Beschreibung konkreter Ziele und Maßnahmen, die kurz- und mittelfristig erreicht bzw. umgesetzt werden sollen. Damit soll allen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteuren für BNE mögliche Handlungsansätze aufgezeigt werden.

Das Ministerium für Bildung. Jugend und Sport arbeitet in vielen Bereichen mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit. Als Teil der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wurde BNE in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen integriert und verankert. BNE ist beispielsweise Teil des Kerncirriculums in der Sekundarstufe 1. Außerdem gilt BNE als ein Kriterium innerhalb der Schulqualitätsrichtlinien und ist ein wesentlicher Teil der Bildung und Fortbildung der Lehrer und Lehrerinnen sowie der Lehre. Darüber hinaus organisiert das Ministerium für Fachausbildungen zum Thema Entwicklungspolitik Informationstage zu BNE und unterstützt Projekte zu nachhaltiger Entwicklung. Das MBJS vertritt Brandenburg darüber hinaus am Runden Tisch der UN-Dekade.

DIE LINKE: In der ersten Fortschreibung des Landesaktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung vom Dezember 2013 ist im Kapitel „Zielsystem LAP BNE Brandenburg“ ein umfassender Katalog von 16 Oberzielen mit zahlreichen Einzelmaßnahmen enthalten, um Bildung für nachhaltige in der schulischen und außerschulischen Bildung zu verankern. Dieser im breiten Konsens erarbeitete Maßnahmekatalog ist für uns die Richtschnur des weiteren Handelns. Wir möchten mit der Umsetzung Schritt für Schritt beginnen. Die bestehenden Fördermöglichkeiten für Projekte der Bildung für nachhaltige Entwicklung möchten wir weiterführen.

CDU: Der Ansatz der Bildung für nachhaltige Entwicklung hat in seinem Projektformat beachtliche Erfolge in Brandenburg erzielen können. Dieses Format ermöglicht eine flexible Zusammenarbeit mit den Kitas und Schulen und bringt deshalb innovative Projekte in den Schulalltag. Der Erfolg der Initiative zur Bildung für nachhaltige Entwicklung liegt in ihrem außerschulischen Charakter begründet. Einer verbindlichen Festlegung von Inhalten würde dem Ansatz seine Dynamik und seine Entfaltungsmöglichkeiten in den Bildungseinrichtungen nehmen.

FDP : Bereits heute verfügt das Land über vielfältige Angebote in diesem Bereich, etwa im Nationalparkhaus in Criewen. Die zwischenzeitliche Schließung der Landeslehrstätte in Lebus haben wir – anders als die Umweltministerin – weniger als Verlust betrachtet, denn als Möglichkeit, die bestehenden Angebote noch zielgerichteter zu vermarkten. Die in der Folge der Schließung der Landeslehrstätte entstehenden mobilen Schulungsangebote begrüßen wir ausdrücklich, da hierdurch der Zugang zu den Angeboten der entsprechenden Bildungsangebote erleichtert und der Empfängerkreis erweitert werden kann.
Im Rahmen der Gestaltung der Schullehrpläne sollte es künftig noch stärker gelingen, der Umwelt- und Naturschutzbildung im regulären Unterricht größere Bedeutung einzuräumen. Hier sind die Schulen in der Verantwortung, mit den Bildungsträgern zusammenzuarbeiten.

Bündnis 90 / Die Grünen : Welche Schritte sind geplant, um die Bildung für nachhaltige Entwicklung querschnittsübergreifend und verbindlich in entsprechende Richtlinien der Landesregierung aufzunehmen?

Wir haben uns sehr intensiv mit dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und mit den bildungspolitischen Empfehlungen des Nachhaltigkeitsbeirates beschäftigt. Als 2011 die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) aus dem Beratung- und Unterstützungssystem für Schule und Schulaufsicht (BUSS) fallen sollte, haben wir uns für den Verbleib eingesetzt und das Thema in den Bildungsausschuss getragen. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist in den Lehrplänen verankert, erfordert aber fächerübergreifendes und projektorientiertes Lernen. Eine Verankerung im Schulgesetz analog zu Berlin könnten wir uns vorstellen.

Wie soll der innovative Ansatz der Bildung für nachhaltige Entwicklung weiter gefördert werden?

Da die Bildung für nachhaltige Entwicklung fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten erfordert, brauchen Lehrerinnen und Lehrer für die Umsetzung in den Schulen gute Materialien und mehr Beratungs- und Fortbildungsangebote. Die bundesweiten Aktionstage wollen wir in Brandenburg bekannter machen und stärker fördern. Außerschulische Kooperationspartner wie die Naturschutzverbände können hier eine wichtige Rolle spielen.