Energie

Gesprächsreihe

Energieland Brandenburg – wohin?


Der Klimawandel und der Umbau der Energiesysteme sind Themen, die seit der Studie des Weltklimarates (IPCC) 2007 auf großes öffentliches Interesse stoßen und sich zu einem vorrangigen Politikfeld entwickelt haben. Doch es zeigt sich, dass nicht nur die Nutzung fossiler Energieträger, sondern auch die Einführung erneuerbarer Energien von Konflikten begleitet ist. So ist auch die Energiepolitik Brandenburgs heftig umstritten. Wie kann eine klimaverträgliche Energiepolitik gestaltet werden? Und wie können die Interessen der Bürger, deren Lebensumfeld von der Energieerzeugung beeinträchtig wird, mit einbezogen werden?

Dies soll in einer vierteiligen Gesprächsreihe des Fördervereins Haus der Natur erörtert werden, die von März bis Juni 2010 in Cottbus und in Potsdam stattfindet wird. Moderiert wird die Reihe von dem Journalisten Hellmuth Henneberg (rbb). Eingeladen sind Vertreter aus Wissenschaft, Politik, von Verbänden und Bürgerinitiativen, aus Wirtschaft und Verwaltung. Ziel ist es, einen gesellschaftlichen Dialog darüber zu führen, wie eine zukunftsfähige und umweltverträgliche Energiepolitik für das Land Brandenburg aussehen könnte. Die Veranstaltungsreihe wird von dem Journalisten Hellmuth Henneberg moderiert. Das Kulturradio des rbb zeichnet die Gesprächsreihe auf und sendet sie in der Reihe "Märkische Wandlungen".

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Veranstaltungen der Gesprächsreihe:

Potsdam
29. April 2010

Ackerland und Schutzgebiete für grüne Energie?
Zur Zukunft der Landschaft

Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet rasch voran. Benötigt wird vor allem eins: Fläche. Im dicht besiedelten Mitteleuropa ein knappes Gut. Wie wird sie aussehen, die Landschaft der Zukunft, mit Windrädern, großflächigen Solarparks und Monokulturen für die Biospriterzeugung? Dürfen angesichts des Hungers in der Welt fruchtbare Böden zur Energieerzeugung genutzt werden? Welche Auswirkungen auf die Artenvielfalt gibt es? Und welchen Wert haben vertraute Landschaftsbilder? Viele sind als Natur- oder Landschaftsschutzgebiete gesichert und für den Tourismus von Bedeutung.

Gesprächsgäste: Prof. Dr. Matthias Freude, Präsident Landesumweltamt Brandenburg; Heiko Terno, Vizepräsident des Landesbauernverbandes Brandenburg; Prof. Dr. Elke Bruns, TU Berlin; Jörg Mühlenhoff, Agentur für Erneuerbare Energien; Wolfgang Kil, Publizist

19.30 Uhr, Haus der Natur, Lindenstr. 34, 14467 Potsdam
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Cottbus
11. Mai 2010

Konflikte ohne Ende?
Vom Kampf um die Heimat

Die Energiepolitik Brandenburgs ist heftig umstritten. Vielerorts wehren sich Bürger gegen die Auswirkungen der Energieerzeugung auf die Regionen, in denen Sie leben. Gegen die geplante Kohlendioxid-Lagerung im Oderbruch und bei Beeskow hat sich eine breite Widerstandsbewegung formiert. Viele Betroffene, vor allem Landwirte, wollen das Betreten ihrer Grundstücke für Erkundungszwecke untersagen. In der Lausitz wehren sich Einwohner gegen die Abbaggerung ihrer Dörfer durch den geplanten Tagebau Jänschwalde-Nord. Doch auch gegen Windräder und damit gegen erneuerbare Energien gibt es Proteste von Gemeinden und Bürgern. Wie können angesichts dieser Situation die Ziele des Klimaschutzes und der Ausbau erneuerbarer Energien umgesetzt werden? Wie werden die Interessen von Bürgern durch die Landespolitik berücksichtigt?

Gesprächsgäste: Reinhold Dellmann (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft des Landtages Brandenburg, Ulf-Michael Stumpe (Bürgerinitiative CO2ntraEndlager), René Schuster (GRÜNE LIGA) und Thomas Jacob (Volksinitiative Windrad).

19.30 Uhr, IKMZ (Universitätsbibliothek der BTU Cottbus), Karl-Marx-Straße 53, 03044 Cottbus

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Potsdam
27. Mai 2010

Solarzellen für Sanssouci?
Neue Energie für die Stadt

Historische Gebäude und Ensembles prägen unsere Städte und machen sie lebenswert. Doch müssen nicht auch Städte ihren Beitrag zum Energiewandel leisten? Wie können Denkmalschutz und die Gestaltung des Stadtbildes, energiesparendes Bauen und erneuerbare Energien ineinander greifen? Welchen Beitrag zur Verringerung des Energieverbrauchs kann die Stadtentwicklung leisten? Und welchen Beitrag kann jeder Einzelne leisten, welcher Lebensstil ist zukunftsfähig?

Die Stadt Potsdam hat sich im Januar 2010 dazu ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) erarbeitet derzeit eine Klimaschutzschutzstrategie für die Landeshauptstadt. So soll u.a. mit Hilfe einer Solardachpotentialanalyse der Zielkonflikt zwischen Stadtgestaltung (Denkmalschutz) und Solarnutzung einer verbesserten, fachlichen Qualität und Diskussion zugeführt werden. Können die Potsdamer Aktivitäten ein Beispiel für andere Städte und Gemeinden in Brandenburg sein? Wie können Städte und die Wohnungswirtschaft zum Klimaschutz beitragen?

Gesprächsgäste: Christian Keller (Vizepräsident der Brandenburgischen Architektenkammer), Prof. Dr. Fritz Reusswig (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), Oliver Graumann (Stadt Potsdam, FB Stadterneuerung und Denkmalpflege), Dr. David Eberhart (Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen), Sophie Haebel (Potsdamer Solarverein)

19.30 Uhr, Haus der Natur, Lindenstr. 34, 14467 Potsdam
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Cottbus
17. Juni 2010

Tropenparadiese oder Lausitzdörfer?
An den Grenzen des Wachstums

Tropenparadiese und Spassbäder – wie hoch sind die Kosten unseres Wohlstandes? Ist alles, wofür wir Energie verwenden, wirklich sinnvoll? Das Nachdenken über ein gutes Leben ohne verschwenderischen Energieverbrauch hat begonnen.

Brandenburg ist in Deutschland das Bundesland mit dem höchsten Ausstoß an Treibhausgasen pro Einwohner. Während der bundesweite Durchschnitt jährlich bei 10,5 Tonnen CO2 pro Kopf liegt, werden in Brandenburg 23 Tonnen pro Kopf der Bevölkerung emittiert. Etwa zwei Drittel der CO2–Emissionen stammen aus den großen Braunkohlekraftwerken in der Lausitz.

Brandenburg ist inzwischen aber auch ein wichtiger Standort für die Wind- und Solarenergiebranche. Rund 16 Prozent beträgt der Anteil erneuerbarer Energie am Primärenergieverbrauch derzeit, Tendenz steigend.

Wie kann der bunte Mix erneuerbarer, dezentral erzeugter Energie sicher und bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden? Welche technischen Lösungen sind dafür erforderlich? Werden Dörfer wie Feldheim Schule machen, die ihren Energieverbrauch inzwischen aus eigenem Aufkommen decken? Oder wird mit Energie weiter großzügig umgegangen, wie im Spassbad Tropical Island?

Der Koalitionsvertrag der Brandenburger Landesregierung setzt in der brandenburgischen Energiepolitik neue Schwerpunkte. Energieeffizienz, Energieeinsparung und Vorrang für Erneuerbare Energien sind ebenso als Ziele formuliert wie die Braunkohleverstromung als Brückentechnologie sowie die schrittweise Umstellung auf CO2-arme Kraftwerke und die Erprobung der CCS-Technologie. Letztere ist allerdings heftig umstritten.

Energieeffizienz und sparsamer Umgang mit Ressourcen statt Wachstumsideologie – das sollten neue Leitbilder sein. Wohin also - Energieland Brandenburg?

Gesprächsgäste: Staatssekretär Henning Heidemanns (Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten),
Prof. Dr. Harald Schwarz, (BTU Cottbus, Geschäftsführender Direktor des Centrums für Energietechnologie CEBra), Prof. Dr. Rolf Kreibich (Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung/ Mitglied des Beirates für Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz MUGV Brandenburg) und Michael Raschemann (Geschäftsführer Energiequelle GmbH)
19.30 Uhr, IKMZ (Universitätsbibliothek der BTU Cottbus, Foyer im Erdgeschoss),
Karl-Marx-Straße 53, 03044 Cottbus